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Jeder Mensch erzählt vom Leben
 

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Man beginnt den Kampf mit sich selbst, erkennt die Fehler und arbeitet daran. Rückschläge und echte Freunde zeigen sich. Das Leben ist wieder etwas wert. Die schleichende Selbstzerstörung ist jedoch schon autonom, Teil der Persönlichkeit. Man offenbart sich dem Hausarzt, aber nur weil die selbst geschlagenden Wunden erschrecken. Man offenbart sich den Eltern. Drogen, Alkohol, Substanzmissbrauch, Diebstahl und Selbstverletzung nehmen überhand. Man sehnt sich nach einer ruhigen Zeit ohne Partys ohne die täglichen Treffen mit Freunden. Hausarzt hält eine Entgiftung für sinnvoll, man selbst ist skeptisch. So schlimm ist man ja doch eigentlich gar nicht. Man geht zur Drogenberatung, beruflich ist da ja nichts bindendes. Man belügt die Beraterin, sich selbst. Ja, man habe aufgehört. Munter geht es weiter. Beginnt eine Beziehung und lässt sie direkt wieder enden, zum Schutz des Partners. Wirr wandert man auf ausgetretenen Pfaden doch man wird beseelt von der Einsicht das man was ändern muss oder von der Welt gehen sollte. Unbemerkte halbherzige Selbstmordversuche sind an zwei Händen abzuzählen. Verbaute Ausbildungschancen ebenso. Tod oder Klinik. Eine Chance, alles oder nichts. Mit Freundin und einer eigenen Wohnung an der Hand verlässt man die psychosomatische Klinik wieder die knapp zwei Monate zuvor vom Hausarzt angepriesen wurde. Medikamente nimmt man wieder regelmäßig gegen die attestierte Depression, zur Besserung der emotionalen Persönlichkeitsstörung und zur Bewältigung des Lebens. Man möchte wieder was von der Welt. Mit den Taschen voller Glück geht es nun weiter.

10.12.09 19:19, kommentieren

Gebückt, schüchtern und schleichend ging man, als das Süßigkeitenregal noch mit "10 Pfennig pro Stück" ausgezeichnet war, durch das Leben. Erst den anderen und sich selbst nicht ganz bewusst, dann von der Welt ringsherum immer aufgeklärter, immer gleich gemachter, immer klein gemachter. Man verliert alte Freunde, die alte Frau von oben, die Unbeschwertheit der frühen Kindertage, die Sonntagmorgenden in der Besucherritze im Arm der Eltern. Man gewinnt neue Freunde mit geschiedenen Eltern, mit schlagenden Eltern. Man passt sich an, gibt sich auf, beginnt das Rauchen, ist immer noch allein weil es mit dem Gleichsein nicht ganz funktionieren will. Gezeichnet durch das stete Anderssein. Alte "Freunde" gehen, Bekannte kommen. Eltern lassen sich scheiden, man gibt alles für ein jüngeres Geschwisterkind. Man lernt das tiefe Hassen und das Alkohol Menschen verändert, das Menschen tief hassen und das man selbst doch gar nichts vom "echten" Leben versteht. Das Leben ist ein Kampf, alle wollen einem ins Leben reden, alle beäugen einen, jemanden zu lieben und zu vertrauen macht einen verletzlich und man verliert alles. Man lernt das Leben in Phantasiewelten, sucht sich ein Hobby, beschädigt Eigentum. Man probiert das klauen, trinkt heimlich und sucht einen kleinen eignen Rahmen in einem Freundeskreis. Eigentlich aber nur Schulkameraden ohne gemeinsame Interessen. Sporadisches zusammenleben. Kasper und "beste Freundin" Zuhause; schüchtern aber auch lustig unter "Auserwählten" in der Schule. Eigentlich aber schon längst in sich verschlossen und ohne dem Hauch einer Ahnung wer man denn wirklich ist zwischen Problemschlucker, Schutzschild und Lustig, Schüchtern. Eltern trennen sich doch nicht. Drogenerfahrungen, Zerstörung von Eigentum anderer und Annäherungsversuche des "Best Friends". Kifferclique ohne die anderen zu kennen, kennen zu wollen, von ihnen respektiert zu werden. Pures Nutzensverhältnis und Ausblenden schlechter Erfahrungen. Leugnen das die Erfahrungen negativer, ungewollter Art waren. Weiteres Leugnen, langsamer Rückzug wird unbemerkt fortgesetzt. Man selbst nimmt es nicht wahr und das Umfeld scheinbar ebenso, wird geleugnet, ausgeblendet. Die Schule wird wegen dem Zwang beendet. Man haut zweimal knapp an einem Realschulabschluss vorbei. Man passt nicht mehr in die Welt und ist alleine. Ein Aufbäumen, der Versuch einen Beruf zu erlernen, was zu werden. Man verliebt sich, erkennt sich langsam, outet sich, wird ausgenutzt. Man beklaut Eltern, kauft Alkohol, Drogen und schließt sich allein im Zimmer ein bei Kerzenlicht und Rasierklingen. Dinner for one. Einsamer, illegaler, unberechenbarer. Man scheißt auf alles und will sterben. Soweit nachvollziehbar?

1 Kommentar 10.12.09 18:50, kommentieren